Neben konkreten Produkt-Updates und Roadmaps haben uns vor allem zwei größere Entwicklungen beschäftigt, die Unternehmen in den kommenden Jahren prägen werden: Datensouveränität und Agentic AI. Für uns wurde dabei eine übergeordnete Botschaft sichtbar. Die nächste Welle der Digitalisierung betrifft nicht mehr nur Prozesse und Daten, sondern die Wissensarbeit selbst.
Was uns am meisten in Erinnerung bleibt, sagen wir gleich vorweg: der Austausch. So spannend die inhaltlichen Impulse waren, am wertvollsten waren die vielen Gespräche mit anderen Zoho-Partnerorganisationen aus ganz Europa. Der offene Austausch über Erfahrungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven hat uns mit jeder Menge neuer Ideen nach Hause geschickt.
Bemerkenswert war für uns die Grundstimmung. Obwohl Künstliche Intelligenz und Automatisierung oft mit Unsicherheit verbunden werden, haben wir eine ganz andere Haltung erlebt: überwiegend optimistisch, konstruktiv und lösungsorientiert. Die aktuelle KI-Welle wird vor allem als Chance gesehen, Menschen von repetitiven Tätigkeiten zu entlasten und ihnen mehr Raum für kreative und strategische Arbeit zu geben. Diese Energie hat uns angesteckt.
Im Folgenden teilen wir, was uns inhaltlich am meisten beschäftigt hat, und was das aus unserer Sicht für Unternehmen im DACH-Raum bedeutet.
Datensouveränität wird zum strategischen Entscheidungskriterium
Eines der meistdiskutierten Themen war die wachsende Bedeutung von Datenschutz, Datensouveränität und regulatorischer Compliance. Zoho verzeichnet aktuell ein starkes Wachstum seiner Workplace-Suite, ein wesentlicher Treiber dafür ist die steigende Nachfrage nach europäischen Alternativen zu etablierten US-Plattformen im EU-Raum.
Die Fragen, die wir auch in unseren eigenen Kundengesprächen immer häufiger hören, lauten: Wo werden unsere Daten tatsächlich verarbeitet? Welchem Rechtsraum unterliegen sie? Und wer könnte potenziell darauf zugreifen?
Viele Unternehmen gehen davon aus, dass ihre Daten lokal gespeichert und verarbeitet werden. Tatsächlich können Datenflüsse jedoch verschiedene Rechtsräume durchqueren, ohne dass dies immer transparent ist. Gleichzeitig verpflichtet der EU AI Act Unternehmen zunehmend dazu, Transparenz über eingesetzte KI-Systeme und deren Datenverarbeitung herzustellen. Datensouveränität ist damit kein reines IT-Thema mehr, sondern eine strategische Entscheidung.
KI entwickelt sich vom Werkzeug zum Delegationspartner
Der zweite große Schwerpunkt war Agentic AI und die Weiterentwicklung von Zoho Zia. Bisher haben wir Software vor allem als Werkzeug genutzt, das uns bei der Arbeit unterstützt. Moderne KI-Systeme entwickeln sich jedoch zunehmend zu etwas anderem: Sie übernehmen eigenständig Teile der Arbeit.
Mit den neuen Zia Agents verfolgt Zoho genau diese Vision. KI-Agenten sollen künftig Informationen recherchieren, Prozesse ausführen, Inhalte erstellen, Entscheidungen vorbereiten und ganze Arbeitsabläufe orchestrieren. Die entscheidende Frage für Unternehmen verschiebt sich dadurch. Sie lautet nicht mehr nur, welche Software eingesetzt wird, sondern welche Tätigkeiten sich sicher und kontrolliert an KI delegieren lassen, und wer die Verantwortung für KI-gestützte Entscheidungen trägt.
KI-Audit und Governance werden zur Pflichtaufgabe
Eng damit verbunden war ein dritter Aspekt: die Vorbereitung auf den EU AI Act. Viele Unternehmen nutzen heute bereits KI-Funktionen in ihren SaaS-Anwendungen, oft ohne dass dies bewusst entschieden oder dokumentiert wurde. Auf die Frage, ob sie alle KI-Systeme benennen können, die auf ihre Unternehmensdaten zugreifen, ist die ehrliche Antwort vieler Unternehmen heute noch: nein.
Genau hier entsteht neuer Beratungsbedarf. KI-Audits und durchdachte Governance-Strukturen werden in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Wir werden dieses Thema in einem eigenen Beitrag vertiefen.
Was das für CEYOND bedeutet
Die Entwicklungen bestätigen einen Trend, den wir bereits bei bestehenden Kund:innen beobachten. Datensouveränität, KI-Governance und der Einsatz von KI-Agenten werden zu strategischen Themen für Unternehmen jeder Größe. Damit verändert sich auch unsere eigene Rolle: vom Implementierungspartner hin zum strategischen Begleiter, der hilft, KI-Potenziale zu identifizieren, Governance aufzubauen und messbare Ergebnisse zu erzielen.
Als einziger Zoho Premium Partner in Österreich sehen wir uns dabei in einer besonderen Verantwortung. Auf der Inspire wurde uns das entsprechende Zertifikat offiziell übergeben, ein schöner Moment und zugleich Bestätigung unseres Wegs.
Wir nehmen viel mit aus Spanien: neue Impulse, wertvolle Kontakte und die Vorfreude, all das in den kommenden Monaten mit unseren Kund:innen in die Praxis zu bringen.
Häufige Fragen zur Zoho Inspire Europe 2026
Im Mittelpunkt standen zwei Entwicklungen: Datensouveränität als strategisches Entscheidungskriterium und Agentic AI, also KI, die zunehmend eigenständig Arbeitsschritte übernimmt. Beide Themen verbindet die Frage, wie Unternehmen Kontrolle über ihre Daten und KI-Systeme behalten.
Zia Agents sind die KI-Agenten von Zoho. Sie sollen künftig Informationen recherchieren, Prozesse ausführen, Inhalte erstellen und ganze Arbeitsabläufe orchestrieren, und gehen damit über die klassische Rolle eines reinen Produktivitätswerkzeugs hinaus.
Weil Datenflüsse oft unbemerkt verschiedene Rechtsräume durchqueren und der EU AI Act zunehmend Transparenz über eingesetzte KI-Systeme verlangt. Unternehmen sollten wissen, wo ihre Daten verarbeitet werden und welchem Rechtsrahmen sie unterliegen.
Ein KI-Audit verschafft Unternehmen einen Überblick darüber, welche KI-Systeme auf ihre Daten zugreifen und wie diese verarbeitet werden. Es bildet die Grundlage für Governance-Strukturen und die Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen wie den EU AI Act.




