Marketing gone wrong: 8 Fauxpas, die man auf jeden Fall vermeiden sollte (Pt.1)

Newsletter, Chatbots, Suchmaschinen und Social Media Plattformen – digitales Marketing bietet Marketern eine Fülle von Möglichkeiten zur erfolgreichen Positionierung als Experte, Erschließung neuer Märkte und dem Aufbau und Erhalt von langfristigen Kundenbeziehungen. Doch wo viele Chancen sind, lauern auch einige Risiken. Diese 8 Fauxpas sollten Sie vermeiden, damit sich Ihre Online Marketing Maßnahmen als effizient und gewinnbringend erweisen.

#1 “Abbonnieren Sie unseren Newsletter!”

Hört man „Online Marketing“, denkt man heutzutage direkt an Instagram, Facebook oder LinkedIn. Die Popularität und die schier unendlichen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke lassen uns oft vergessen, dass E-Mail Marketing immer noch einer der besten Wege ist, um seine Zielgruppe zu erreichen und eine langfristige Kundenbeziehung aufzubauen.

Während Marketing Manager Newsletter als kostengünstige und zugleich effiziente Kommunikationsform ansehen, empfinden (potentielle) Kunden diese aber oftmals als äußerst störend und unerwünscht. Woran das liegt? Newsletter ohne Mehrwert, belanglose Inhalte, fehlende Call-to-Actions und lieblose Layouts sind einige Gründe.

Der häufigste und gravierendste Fauxpas im Newsletter Marketing findet meist jedoch schon vor der Leadgenerierung statt. Es ist der Moment, an dem man potenzielle Abonnenten auffordert, sich für den Newsletter anzumelden. Ein übertriebener Einsatz von penetranten Pop-Ups, welche den Kunden in Minutenabständen auf allen möglichen Seiten und erdenklichen Stellen der Website an den Newsletter erinnern, steuert der Interessentengewinnung jedoch entgegen.

Unser Tipp: Pop-Ups sollten sich nach einer gewissen Zeit öffnen oder gar erst, wenn der Besucher die Website verlassen möchte. Somit hat dieser ausreichend Zeit relevante Informationen aufzunehmen und ist offener dafür, den Newsletter zu abonnieren, um weitere Inhalte und Angebote zu erhalten. Zudem kann man das Newsletter Angebot mithilfe eines Tag Managers angenehm auf der Unternehmenswebsite einbinden und verhindern, dass es bereits bestehenden Abonnenten angezeigt wird. Sollten Sie dieses System für sich ebenfalls einsetzten möchten, beraten wir Sie gerne in der Umsetzung und Konzeptionierung.

#2 „Exklusive Rabatte für ALLE!“

Rabatte wirken auf unser Gehirn wie eine Droge. Dies ist keine Metapher, denn Neurowissenschaftler gehen davon aus, dass das menschliche Gehirn gegenüber Sonderangeboten und Schnäppchenwerbung machtlos ist. Rabatte aktivieren nämlich das Belohnungszentrum, woraufhin der Körper den Botenstoff Dopamin ausschüttet, welcher Glücksgefühle beim Konsumenten auslöst.

Wer seine Verkäufe maximieren möchte, der zieht natürlich einen großen Vorteil aus diesem Phänomen. So versuchen Firmen durch exklusive Rabatte das Kaufinteresse potenzieller Kunden zu steigern. Man müsste meinen, dass diese Exklusivität nur einem bestimmten Personenkreis zusteht. In der Praxis sieht dies jedoch oftmals anders aus! In vielen Fällen gewähren Unternehmen ALLEN Interessenten einen „exklusiven Rabatt“. Sonderangebote werden per E-Mail Kampagne versendet oder sogar auf der Website beworben. Ein Fauxpas, welcher treue und besondere Kunden offensichtlich vernachlässigt.

Unser Tipp: Damit sich bestimmte Kundengruppen ausreichend privilegiert und gewertschätzt fühlen, sollten Rabatte und Sonderaktionen personalisiert werden. Dabei kann man Sonderangebote auf diverse Personengruppen und einzelne Phasen der Customer Journey zuschneiden und somit nicht nur einen besseren Uplift erzielen, sondern seinen Kunden ein Gefühl von ‚echter‘ Exklusivität verspüren lassen.

#3 „Wir sind 24 Stunden für Sie erreichbar!“

Wer die Kundenkommunikation effizienter gestalten möchte, nutzt heutzutage moderne Kommunikationsmöglichkeiten wie Chatbots und 24h-Live Chats. Immer mehr Unternehmen setzen darauf, die individuellen Kundenbedürfnisse auch außerhalb der Geschäftszeiten schnellstmöglich zu erfassen und darauf entsprechend zu reagieren. Kundenservice und Kundenfreundlichkeit wird nämlich großgeschrieben. Ein Live-Chat und ein programmiertes System, welches automatisierte Dialoge mit Kunden führt, scheint hierfür die ideale Lösung zu sein – oder?

In der Praxis ist die Realisierung des Kundenservices 3.0 jedoch nicht ganz so vorteilhaft wie es scheint. Denn auch in der digitalen und automatisierten Kommunikation, kann man einige Fehler begehen: ein unstrukturierter Prozess, potenzielle Unsicherheiten und Vorurteile im Mitarbeiterumfeld, mangelnde Expertise in der automatisierten Kommunikation und inaktive HelferInnen im Live-Chat. Nicht selten resultieren diese Stolpersteine in einem Authentizitätsverlust für das Unternehmen.

Unser Tipp: Besser keinen Chatbot, als einen dummen Chatbot. Und besser keinen 24h Live-Chat als am Ende verärgerte Chatteilnehmer auf der anderen Seite der Internetleitung. Wer doch auf den Zug dieser digitalen Kommunikationsmöglichkeiten aufspringen möchte, muss sich vorerst fragen, welcher Mehrwert sich dadurch ergibt. Die Einführung automatisierter Helfer ist bloß sinnvoll, wenn es sich dabei um intelligent programmierte/designte Bots handelt. Diese können nicht nur sich wiederholende Fragestellungen beantworten oder vordefinierte Antwortmöglichkeiten liefern, sondern auch Zusammenhänge aus dem Kontext erkennen und Kontakt zu einer realen Person herstellen, falls es sich um komplexere Sachverhalte handelt.

#4 „Folgt uns auf all unseren Social Media Kanälen!“

Ein Post auf Facebook hier, ein Beitrag auf LinkedIn da, ein Foto auf Instagram dort. Nahezu jeder von uns ist auf Social Media vertreten und verbringt täglich mehr als eine Stunde auf diversen sozialen Netzwerken. Dies ist der Grund, warum der Webauftritt für Unternehmen immer wichtiger wird. Sie müssen sich dort aufhalten, wo sich auch ihre Kunden befinden: online. Doch welche Social Media Plattformen soll man nun nutzen, um geeignete Interessenten zu erreichen?

Unternehmen haben in der Tat die Qual der Wahl, wenn es um die Auswahl von geeigneten Social Media Kanälen geht. Nicht selten folgen Start-Ups, sowie große Konzerne der Devise „Am besten überall präsent sein!“. Marketingmanager fühlen sich dem Digitalisierungsdruck ausgesetzt und haben Angst, dass ihnen potentielle Geschäfte entgehen, wenn sie eine Plattform ignorieren. Weit gefehlt! Eine schwache Präsenz kann nämlich sogar markenschädigender sein als gar keine Präsenz. Denn das Pflegen eines Social Media Kanals ist kein Zuckerschlecken, und wer auf einen übertriebenen Einsatz sozialer Netzwerke setzt, läuft Gefahr den Überblick zu verlieren. Das Resultat: halbherzige Profile, auf denen monatelang keine Beiträge veröffentlicht wurden, gleicher Content auf allen Social Media Kanälen und ein geringes Engagement seitens der Zielgruppe.

Unser Tipp: Jede Social Media Plattform hat ihre Stärken und Schwächen, sowie spezifische Hauptzielgruppen und individuelle Möglichkeiten Online Marketing zu betreiben. Die Präsenz sollte natürlich dort aufgebaut werden, wo sich die eigenen potentiellen Kunden aufhalten. Außerdem sollte man sich fragen „Welcher Kanal passt zu mir und meinem Unternehmen?“ und „Was möchte ich mit meinem Social Media Auftritt erreichen?“. Möchte ich das Branding in den Vordergrund stellen, so verwende ich Instagram. Für das Publizieren von Fachartikeln und Presseinformationen, wähle ich Plattformen wie LinkedIn und Xing. Persönlichere Einblicke in das Unternehmen teile ich auf Facebook. Verfüge ich über bedeutendes Videomaterial, so ziehe ich YouTube in Erwägung.

Der zweite Teil der Serie „Marketing gone wrong: 8 Fauxpas, die man auf jeden Fall vermeiden sollte“ behandelt vier weitere Stolpersteine, die leider viel zu häufig vorkommen.

Written by:

CEYOND

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2019-11-11

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